„Förderung der Partizipation von Organisationen gem. §19 BGG“

Ein BKEW-Workshop, vom 17. Bis 19.09.2019 in Damp, Schleswig-Holstein

 

Im Rahmen einer durch die Bundesregierung geförderten Veranstaltungsreihe, fand ein Treffen von Teilnehmern aus Bundes- und Landesverbänden statt. Ziel dieses Teils war es, die Voraussetzungen und Randbedingungen für die Unterstützung von Zusammenschlüssen von Menschen, die Beeinträchtigte unterstützen, herauszuarbeiten.

 

Die Durchführung lag in den Händen der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland, aus Berlin, vertreten durch den Trainer Herr Matthias Klockenbusch.

 

Begonnen haben wir mit einer Vorstellungsrunde und zunächst geklärt, warum wir uns in welchem Verband engagieren und mit welchem Ziel. Außerdem beschäftigten wir uns mit den Mitteln, um diese Ziele zu erreichen.

Es kristallisierte sich heraus, dass die 3 Verbände (BKEW, BAMB und BABdW) nicht einfach fusionieren können, weil sie ganz unterschiedliche Strukturen haben und es genau darum die Bundesarbeitsgruppe unabhängiger Angehörigen-Vertretungen (BAGuAV; siehe auch unter Zusammenarbeit auf der Homepage des BABdW) gibt und geben wird, um gemeinsame Ziele nach vorne zu bringen und gegenüber der Politik zu vertreten.

Erarbeitet wurde auch, welche Hilfsmittel nötig und möglich sind, um eine Website / Homepage zu erstellen und zu betreiben, unter Zuhilfenahme von z.B. Studenten einer Fachhochschule für Mediengestaltung oder Schüler einer Informatikklasse. Ein entsprechendes Anschreiben mit allen notwendigen Inhalten wurde formuliert.

Es entwickelte sich schon vom 1. Tag an ein starkes Bewusstsein, was von uns allen ehrenamtlich geleistet wird. Die Delegation von Aufgaben in der Verbandsarbeit nahm einen breiten Raum ein. Einzelne Funktionen, wie Geschäftsführung und deren mögliche Aufgabenschwerpunkte wurden beleuchtet; wobei insbesondere die GF nicht zwingend zum Vorstand gehören muss.

Unser Leitsatz:

Wir wollen den Menschen mit Beeinträchtigung, die sich nicht selbst vertreten können, eine Stimme geben und deren Rechte einfordern!

Wir haben folgende Themen herausgearbeitet und Schwerpunkte festgelegt:

  • Basis- und Verbandsarbeit,

  • für den Vorsitzenden,

  • für das Engagement.

Die Basisarbeit beinhaltet:

  • Angehörigen-Beiräte bzw. –Vertretungen, Werkstatträte, Elternbeiräte, die sich für die Bewohner und Angerhörige einsetzen, gründen.

  • Mitgliederwerbung bzw. Gewinnung von Interessenten für die Angehörigenarbeit

  • Durch die Dezentralisierung der Wohnbereiche wird es zunehmend schwieriger

    • regelmäßige Sitzungen zu planen,

    • Tagesordnungen und Protokolle erstellen,

    • Kontakt zur Einrichtungsleitung und Bewohnerräten halten,

    • in Zusammenarbeit mit der Einrichtungsleitung Angehörigenabende zu organisieren,

    • in Arbeitsgruppen der Einrichtung involviert zu sein (Freizeitgestaltung, Barrierefreiheit, Urlaubsplanung, etc.) und

    • DSGVO-Richtlinien einzuhalten.

Die Verbandsarbeit beinhaltet:

  • Landes- und Bundesverbände anzustreben,

  • für den Verband werben (Mitgliedergewinnung),

  • Vorstand wählen (Vorsitzenden, Vertreter, Finanzen, Geschäftsführung, etc.)

  • Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen einberufen und durchführen, (Tagesordnung- und Protokollerstellung),

  • Informationsbesuche in Einrichtungen,

  • Informationsbriefe erstellen (im Team),

  • Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen verfassen (im Team),

  • Schriftsätze an Politiker erstellen (im Team),

  • Kontakte/Gespräch/Einbindung der Politik, Behindertenbeauftragte, Ministerien (BTHG, Petitionsausschuss, etc.),

  • Arbeitsgemeinschaften der unabhängigen Verbände (z.B. BAGuAV) bilden, um gemeinsamer Ansprechpartner für die Politik zu sein und mit einer Stimme reden,

  • Erstellen und Inhaltspflege der Homepage nach DSGVO-Richtlinien (kann delegiert oder outgesourct werden),

  • Flyer- und Visitenkarten zur Selbstdarstellung erstellen,

  • Kontakt zu Sozialhilfeträgern aufbauen,

  • Spenden/Sponsring sichern,

  • an Fortbildungen und Workshops teilnehmen,

  • Horizonterweiterung über Teilnahme an bundesweiten Veranstaltungen (z.B. Inklusionstage, BeB, etc.) sicherstellen.

Die Stellenbeschreibung für den Vorstandsvorsitzenden eines Bundesverbandes beinhaltet:

  • Netzwerker, Kompetenz, selbstsicheres Auftreten, Schriftsätze verfassen,

  • Koordination und von Aufgaben,

  • Außenkontakte zur Politik, anderen Verbänden/Vereinen, Sozialhilfeträgern/Kommunen

  • Mitgliederverwaltung,

  • Veranstaltungsplanung (VS + MV),

  • administrative Tätigkeiten / Geschäftsstelle (kann delegiert oder outgesourct werden),

  • Informationsbeschaffung, Teilnahme an Veranstaltungen,

  • Kontakt zu den Medien pflegen,

  • Schnittstelle zur Arbeitsgemeinschaft BAGuAV,

  • Zeitaufwand und Einsatzdauer 2 – 8 Std. wöchentlich, Wahlperiode 4 Jahre

  • Einsatzort ist Heimarbeitsplatz, Veranstaltungsort, Reisetätigkeit,

  • Voraussetzung: PC-Kenntnisse, Teamfähigkeit, Ehrgeiz, Fleiß, Pflichtbewusstsein, Führungseigenschaften, rhetorische Fähigkeiten, Moderationsfähigkeiten, Verhandlungsgeschick, Belastbarkeit,

  • es wird geboten: Anerkennung, Lob, Kontakte, Wissenserweiterung.

Gründe für „Weshalb engagiere ich mich?

  • mein Kind, meine Angehörige,

  • Dinge verändern, denn Erfolge sind möglich,

  • Regeln/Strukturen verändern,

  • Etwas erreichen,

  • Betroffenheit,

  • Unterstützung Behinderter,

  • neue Menschen kennenzulernen,

  • Wissenserweiterung,

  • Neugierde,

  • Gegenpol für Werkstatt oder Einrichtung,

  • Soziales Engagement,

  • positives Loslassen,

  • Freizeitgestaltung und

  • das Wir-Gefühl: "Gemeinsam sind wir stark!"

 

Fazit:

Zum Ende der drei Tage ist allen noch einmal klar geworden, dass das Ehrenamt eine sehr umfangreiche Aufgabe ist, aber auch Zufriedenheit über das Erreichte gibt. Wir haben an einem sehr interessanten und informativen Seminar in angenehmer Atmosphäre teilnehmen dürfen.

Waltraud Radzuweit & Martin Petzold im Sept 2019

Vorstandsmitglieder des BABdW