Urlaub zu Corona Zeiten möglich?

 

Mit Beginn der Corona Krise wurde ein Besuchsverbot für Einrichtungen, die beeinträchtigte Menschen betreuen, ausgesprochen und schriftlich an die Eltern / Betreuer versandt. Um den Kontakt aufrecht zu erhalten, schrieb ich Briefe, Postkarten und packte Päckchen; von Telefonaten sollte abgesehen werden. Mein Verständnis für diese Maßnahme hielt sich in engen Grenzen.

 

Mein Sohn Sascha lebt in NRW in einem Wohnheim der Diakonie. Er hat eine Beeinträchtigung von 100% mit den Kennbuchstaben G und H.

 

Nach einer Woche und einem Einspruch durfte telefoniert werden, wie gewünscht. Seine frühere Bezugsbetreuerin ermöglichte Videoanrufe über ihr privates Handy. Der Wunsch offiziell zu skypen, blieb unerfüllt. Wie geht es dem Jungen? Antwort gab das erste Bild auf WhatsApp. Gut! Welch eine Erleichterung, danke an die Betreuerin und die Technik.

 

Wie geht es weiter und ab wann wird Besuch erlaubt? NRW lockerte das Besuchsverbot und erlaubte 1 Std pro Woche, getrennt durch eine Glasscheibe.

 

Die Einrichtung erweiterte nach Rücksprache mit der zuständigen Behörde um zusätzlich 1,5 Std., wenn der Besuch außerhalb der Einrichtung stattfindet. Diese Maßnahme war in unserem Fall sehr sinnvoll, weil der junge Mann die Scheibe nicht verstanden hätte. Ein Besuch hätte nicht stattgefunden.

 

Ab wann ist Urlaub wie möglich? Das Bundeswehrsozialwerk hatte im Vorjahr mehrere Freizeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen angeboten. Diese wurden abgesagt! Eine Maßnahme für Eltern mit ihren Sorgenkindern in Oberwiesenthal wurde wieder aufgelegt. Die Betreuung der Kinder findet nicht statt. Aber das Ziel: "Im Kreise gleicher Familiensituationen werden Lösungsansätze für Entlastung, Loslassen und Zukunftsperspektiven geboten." klingt interessant. Eine Referentin für das BTHG und Neuerungen des Schwerbehindertenrechts sowie ein Kollege zu den Themen "Loslassen", "Selbständig werden" und "Inklusionsmöglichkeiten" sind vor Ort.

 

Meinem Urlaubsantrag für Oberwiesenthal wurde stattgegeben! Dem Vorschlag, Sascha nach der Veranstaltung noch einige Tage bei mir zu behalten, um eine mögliche Ansteckung nicht in die Einrichtung zu tragen, habe ich gerne entsprochen. Die Bereichsleiterin hat ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen gezeigt. Ich bin tief beeindruckt!

 

In den Zeiten der Unsicherheit habe ich mich kürzlich an Frau Claudia Middendorf, hierfür Beauftragte der Landesregierung NRW für Menschen mit Behinderung, gewandt, um ihre Meinung zum Urlaub im Team zu erfahren. Zurzeit noch keine Antwort.

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Reichertshofen, 25.06.2020

Bernd-J. Peters; Mitglied des BABdW