CORONA - manches kann und einiges muss man diskutieren!

 

Geld oder Leben?

Was für eine Frage. Klar, ich will nicht, dass meine Oma oder mein Opa stirbt und meinen Arbeitsplatz will ich auch nicht verlieren. Schulden macht ja der Staat, ich nicht. Wie blind muss man sein, um zu sehen, dass dieser Konflikt nicht generell zu lösen ist. Die Großeltern haben den 2. Weltkrieg mit seinen viele Toten überlebt, das Land wiederaufgebaut, den Grundstein für den heutigen Wohlstand gelegt. Sie mussten mit den Bedrohungen des kalten Krieges leben, die Teilung Deutschlands bewältigen, die Kosten der Vereinigung tragen. Die jetzige Pandemie ist wieder eine Katastrophe. Wie bei allen diesen Herausforderungen gilt es nicht in Panik zu verfallen, kreativ zu sein, die Ärmel aufzukrempeln und zu handeln, um wie nach der Finanzkriese die entstehenden Schulden zu tilgen. Oma und Opa sollen hochleben, weil sie uns zu diesem Wohlstand verholfen haben. Vor diesem Hintergrund: Ein Leben ist nicht mit Geld aufzuwiegen!

 

Corona-Hype in den Medien!

Auch Journalisten wollen/sollen/müssen Geld verdienen, keine Frage. Nicht jeder Laie kann auf Anhieb die berichteten unterschiedlichen wissenschaftlichen Einschätzungen, mit den daraus folgenden Konsequenzen überblicken. Ein Diskurs zwischen Wissenschaftlern ist nicht vergleichbar mit einer politischen Auseinandersetzung. Wissenschaftler diskutieren Messwerte und deren Zustandekommen, deren Randbedingungen ihres Entstehens und haben durch ihr Faktenverständnis geringere Probleme ihre Meinung zu revidieren. In der verkürzten und zugespitzten journalistischen Darstellung bleibt leider nur oberflächliches bei den Beobachtern hängen. Man hört dann: „Erst sagen sie so, und jetzt so!“ Ist es besser die Pandemiefolgen zu vertuschen? Die schlimmen Folgen sind besonders in Nord- und Südamerika zu beobachten. Trotzdem, ein gerüttelt Augenmaß muss die Journalistik anwenden, zumal dort i.d.R gebildete Mitmenschen arbeiten, die zur objektiven Berichterstattung verpflichtet sind.

Bildung, Schule und Teilhabe?

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ ist eine in unserem Land wohlbekannte Feststellung. Ein Ministerium, das für die Digitalisierung der Bildungswelten nur Geld bereitstellt, andere Hindernisse aber nicht sieht/beseitigt, hat seine Schulaufgaben nicht gemacht. Das Geld steht bereit, aber ….. Abrufe erfolgen nicht, Konzepte fehlen, Lehrkräfte leben teilweise noch in der Kreidezeit, Auch das Fangeballspiel zwischen Bund und Ländern kann da nicht als Ausrede gelten! Ach ja, und dann sind noch die Funklöcher, für die ein anders Ministerium zuständig ist. DAS IST ZUM WEINEN! Die Lehrer in der Penne haben es nicht verpennt, sie dürfen es zu Pandemiezeiten aber ausbaden.

 

Impfen oder nicht?

Wenn es denn einen Impfstoff gäbe, könnte man weiterdiskutieren. Der Konflikt ums Impfen ist aber älter. Was Masern im Erwachsenenalter anrichten können ist für die Familien unerträglich. Auch hier gilt es zu wägen. Dazu hilft ein Gedankenmodell. Auf einem Schiff erkrankt ein Mensch an einer auch tödlich verlaufenden Krankheit, mit der er sich beim letzten Landgang angesteckt hat. Der Schiffsarzt erkennt die Situation und fordert die Isolation des Erkrankten und umgehende Impfung aller Personen an Bord. Impfgegner wollen sich nicht impfen lassen. Konsequenzen: Das Schiff darf keinen Hafen anlaufen. Weitere Personen erkranken und müssen auf Kosten der Allgemeinheit behandelt werden oder versterben sogar. Das Verhalten der Impfgegner ist unsolidarisch und führt zu Nachteilen für Mitmenschen.

 

Andere Wege!

Schweden versucht über eine Herdenimmunität die Pandemie zu bewältigen, mit vielmehr Toten als Folge. Britannien versuchte es auch so, geht jetzt doch den Weg Abstand halten und Mund- Nasenschutz verpflichten. Für einen Präsidenten ist Covid-19 nur eine harmlose Grippe, mit der Folge von bald 2,5 Millionen Infizierten etwa 5,2% gestorben sind, also über 110 Tausend Tote. Hier hilft auch die detaillierte Betrachtung der durch die Johns Hopkins Universität täglich veröffentlichten Zahlen; siehe https://coronavirus.jhu.edu/data/mortality. Einen wirklich besseren Weg als den unseren ohne Ausgangssperre fälschlicher Weise immer als lock down bezeichnet, scheint es nicht zu geben. Italien, Spanien und andere Länder haben ihren Bürgern richtige Ausgangssperren verordnet!

 

Versammlungsfreiheit?

Über die Risiken wurde auf breiter Basis in der Gesellschaft diskutiert und berichtet. Die klare Folge: Abstand halten und einen Mund-Nasenschutz tragen. Das geht auch auf Versammlungen und Demonstrationen. Ein Eingriff in das Versammlungsrecht, die Freiheit kann man da nicht wirklich erkennen! Unsere Regierung hätte gut daran getan, lediglich Abstand halten und einen Mund-Nasenschutz tragen verpflichtend als das Maß der Dinge festzulegen. Die konsequente Umsetzung weiterer zusätzlicher Details in Land, Kommune oder Einrichtung (bei Veranstaltungen, in Geschäften, in Verkehrsmitteln, in der Produktion), sollte der jeweiligen Infektionssituation gerecht werden. Also, den Ball immer schön flach halten!

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Konstanz, den 26.06.2020

Karl Eichler, Mitglied des BABdW